Private Krankenversicherung

Muster KrankenkarteSeit Jahren hört man es immer wieder. Der Staat ist pleite, hoch überschuldet und kann die soziale Sicherung, an die man sich über die Jahre gewöhnt hat, nicht mehr lange in einem solchen Maß aufrechterhalten. Vor allem bei der Krankenversicherung merkt man dies. Seit Jahren werden die Leistungen langsam aber stetig gekürzt und bieten in manchen Bereichen nicht einmal mehr die medizinisch vernünftigste Lösung an. Für viele, die es sich leisten können, liegt es daher nahe, der gesetzlichen Krankenversicherung den Rücken zu kehren und sich an eine private Krankenversicherung für den Versicherungsschutz zu wenden.

Die gesetzliche Krankenversicherung als Grundlage

In Deutschland gibt es eine Krankenversicherungspflicht. Diese besagt, dass jeder Mensch in Deutschland über eine gültige Krankenversicherung verfügen muss. Hierbei ist es unerheblich, ob man dafür die gesetzliche Versicherung oder einen der privaten Anbieter in Anspruch nimmt. Was zählt ist, dass man gegen Krankheit versichert ist und damit eine angemessene medizinische Versorgung sichergestellt werden kann. Zwar gibt es bestimmte Personenkreise, die von dieser Versicherungspflicht befreit sind und lediglich die Möglichkeit haben, sich pflichtzuversichern, jedoch handelt es sich hierbei nur um einen kleinen Teil der Bevölkerung. Hierzu zählen beispielsweise Beamte oder Selbstständige, die daher also letztlich die Wahl zwischen einer privaten und gesetzlichen Krankenversicherung haben.

Tatsächlich war Deutschland das erste Land weltweit, welches eine gesetzliche Krankenversicherung einführte. So gibt es das Krankenversicherungsgesetz in Deutschland bereits seit dem Jahre 1882. Deutschland stellte damit ein Novum dar. Nicht nur in administrativer Hinsicht, sondern auch in ideologischer. Bis dahin war man praktisch überall der Auffassung, dass eine Versicherung gegen Krankheit ausschließlich Sache des eigenen Einkommens ist und diejenigen, die nicht über die notwendigen Mittel verfügen sich eben anders durchschlagen müssen. Die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung war daher gleichzeitig auch der Beginn des Sozialstaats. Mit der Zeit wurde dieses Paradigma aber immer weiter aufgeweicht und die Versicherung über einen privaten Versicherer von immer mehr Menschen als vernünftige Alternative angesehen.

Die Merkmale einer privaten Krankenversicherung

Die Vorteile einer privaten Versicherung liegen auf der Hand. So kann der Kunde im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung, wo die Leistungen und damit die Einschätzung dessen, was der Versicherte für einen Versicherungsschutz braucht, vom Kunden frei gewählt werden. In aller Regel bietet eine private Krankenversicherung die Möglichkeit, bestimmte Leistungen optional, quasi im Baukastenprinzip, zu buchen. So können Kunden, die bereits über viele Zahnfüllungen verfügen, sich vor allem im Bereich der Zahnmedizin versichern lassen, während andere vielleicht eher den Komfort eines Ein-Bett-Zimmers im Krankenhaus mit Chefarztbetreuung bevorzugen. Ganz grundsätzlich aber ist der Katalog der Leistungen einer privaten Krankenversicherung im Vergleich zur gesetzlichen Versicherung dicker. So werden auch bestimmte Leistungen, die vielleicht nicht unbedingt medizinisch notwendig sind, sondern eher ästhetischer Natur sind, wie beispielsweise bestimmte Zahnbehandlungen, von Haus aus bei der privaten Krankenversicherung übernommen, während die gesetzlichen Versicherer solche Kosten nicht übernehmen.

Dennoch kann auch nicht jeder so einfach aus der gesetzlichen Versicherung austreten und eine private Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Denn hierfür gibt es die sogenannte Versicherungspflichtgrenze, welche festlegt, ab welchem Einkommen jemand eine private Versicherung in Anspruch nehmen darf. Darüber hinaus haben die privaten Versicherer als privatwirtschaftliche Unternehmen natürlich die Freiheit, bestimmte Bewerber aufgrund ihrer nur unzureichenden Zahlungsfähigkeit abzuweisen und damit von einer privaten Krankenversicherung auszuschließen.

Image: openwater – Fotolia

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